Meldungen aus dem Landesverband Bremen

Pflegeeinsatz von Reservisten auf dem Osterholzer Friedhof

15 Reservisten aus verschiedenen Regionen Niedersachsens reisten am 11. Oktober 2018 an, um unserem Landesverband bei Pflegearbeiten an Kriegsgräbern auf dem Friedhof Osterholz zu helfen. Unterstützt wurden sie durch unseren Schatzmeister Stefaan Jacobs und seiner Frau, unseren Bundeswehrreferenten Rainer Grygiel und seiner Frau und der Landesgeschäftsführerin Isa Nolle.
Sie informierte zu Beginn über den Osterholzer Friedhof, auf dem verschiedene Kriegsgräberstätten zu finden sind. Besondere Details gab sie zum Feld NN, auf dem an diesem Tag gearbeitet wurde. Hier haben 2.136 Menschen, Angehörige verschiedener Nationen, ihre letzte Ruhestätte gefunden: Zwangsarbeiter, Dienstverpflichtete, Kriegsgefangene. Viele sind sehr jung gestorben. Die meisten liegen unter im Boden eingelassenen Namenstafeln, 780 in einem Massengrab. Über die wenigsten ist etwas bekannt.
Die Geschäftsführerin lenkte die Aufmerksamkeit auf den Namen Janina Juszczak, eine polnische Zwangsarbeiterin, die in einem Lager in Hastedt lebte. „Die Zwangsarbeiterinnen durften nicht in die Luftschutzbunker. Sie gruben sich selber Erdlöcher“, erzählte sie. In so einem starb die Zwangsarbeiterin bei einem Bombenangriff. Jusczak, 1912 geboren, sei wohl schwanger aus Polen verschleppt worden und habe ihre Tochter Christine 1944 im Lager bekommen. Wenige Meter weiter ist Christines Grab zu finden, sie starb am 15. Oktober 1944 in einer Krankenanstalt, drei Tage nach ihrer Mutter.
Isa Nolle berichtete ebenfalls von Briefen, die vom Volksbund in den 60er Jahren nach Russland geschickt wurden, einige Anschriften von Angehörigen waren in einem Archiv mehr durch Zufall entdeckt worden. „Oft war es das erste Mal, dass die Hinterbliebenen etwas zum Verbleib ihrer Angehörigen hörten. Der Volksbund bot damals an, ein Foto vom Grab und auch die Sterbeurkunde zu schicken. Der Tenor aller Briefe, die der Volksbund von Angehörigen zurück bekam, war fast erstaunlicherweise Dankbarkeit.“
Im vergangenen Jahr haben Bremer Reservisten und Ehrenamtliche die Arbeit auf Feld NN bereits begonnen, nun setzten die Reservisten aus Niedersachsen sie mit Wasser, Bürste und Fugenkratzer fort. „Wenn wir hier fertig, sind die Gräber wieder für einige Zeit in Ordnung. Ich mache das gerne“, so ein Kommentar. Am Ende war man sich einig, eine wertvolle, versöhnende Arbeit geleistet zu haben: „Jeder Mensch muss ein würdiges Grab haben, die Angehörigen brauchen einen Platz zum Trauern! Dieser Platz ist eine Mahnung zum Frieden!“

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