Meldungen aus dem Landesverband Bremen
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„Vom Erinnern und Vergessen!“

Rückblick auf den Volkstrauertag 2025 in Bremen und Bremerhaven

Gedenken auf dem Geestemünder Friedhof in Bremerhaven

Gedenken auf dem Geestemünder Friedhof in Bremerhaven Foto: Monica Roesberg-Sturmheit

Am diesjährigen Volkstrauertag am 16. November 2025 fanden in Bremen und Bremerhaven wieder eine Vielzahl kleinerer und größerer Gedenkveranstaltungen statt. 

Wie in jedem Jahr wurden die zentralen Gedenkveranstaltungen für Bremen und Bremerhaven durch den Landesverband Bremen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. organisiert und durchgeführt.
 

Beide Weltkriege thematisch im Fokus im Bremer Rathaus

Los ging es wie gewohnt bereits am Vorabend, am Samstag, 15. November mit der zentralen Gedenkstunde für das Land Bremen in der Oberen Halle des Bremer Rathauses.

Bei der Begrüßung durch den Volksbund Landesvorsitzenden Dietmar Werstler und den Grußworten des Senats durch den noch sehr neu im Amt befindlichen Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles standen die aktuelle weltpolitische Lage und die gesellschaftliche Bedeutung des Gedenktages in der heutigen Zeit im Mittelpunkt.

Der Beitrag von Schülerinnen und Schülern der St. Johannis-Schule handelte von einer Studienreise der Geschichtsleistungskurse nach Reims in Frankreich. 

Unter dem Titel „Auf den Spuren der Versöhnung“ berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihren Eindrücken der Studienreise nach Reims und was sie dabei über die Gedenkkultur der Franzosen und Deutschen sowohl im Hinblick auf den Ersten als auch auf den Zweiten Weltkrieg gelernt haben.

Die Gedenkrede von Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, dem Leiter des Bremer Staatsarchivs trug den Titel „Vom Erinnern und Vergessen - Wilhelm Kaisen in Flandern 1914“.

Anhand der überlieferten Erfahrungen, die der berühmte spätere Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen als Soldat im Ersten Weltkrieg gemacht hat und durch Zitate aus seinen Feldpostbriefen zeichnete Prof. Elmshäuser ein realistisches Bild des Schreckens von Krieg und Gewalt.

Darüber hinaus stellte er die Unterschiede beider Weltkriege in der Erinnerungs- und Gedenkkultur heraus und erläuterte auch, was die deutsche Erinnerungskultur zum Beispiel von der Gedenkkultur der Briten und Franzosen unterscheidet.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung zeichnete sich das Kammerensemble des Marinemusikkorps Wilhelmshaven verantwortlich.

Gedenken auch in der Seestadt Bremerhaven

Traditionell fand am Vormittag des Volkstrauertages die zentrale Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegungen auf dem Geestemünder Friedhof in Bremerhaven statt. 

Der Kreisvorstand Bremerhaven hat wieder einmal eine gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt. 

Gastrednerin in diesem Jahr war die Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft Frau Christine Schnittker.

Zusätzlich gab es Beiträge Bremerhavener Schülerinnen und Schüler über den verheerenden Bombenangriff auf Bremerhaven im September 1944 und über das Leben von Margot Friedländer.

Ein interreligiöses Gebet rundete die Veranstaltung ab.

Klänge des Wiedersehens in der Kapelle des Osterholzer Friedhofes

Die zentrale Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegungen in Bremen fand traditionell am Volkstrauertag um 15 Uhr auf dem Osterholzer Friedhof statt. Die Redebeiträge wurden zunächst in der Kapelle gehalten. Dadurch, dass auch eine größere Gruppe des Bundes der Vertriebenen teilnahm, war die Kappel gut besucht. Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer und Bürgermeister Björn Fecker teilten ihre Gedanken zum diesjährigen Volkstrauertag mit allen Gästen. 

Der Jugendbeitrag war in diesem Jahr von musikalischer Natur und trug den Titel „Lieder der Hoffnung in dunkler Zeit“. Begleitet am E-Piano durch Volksbund-Vorstandsmitglied und Lehrer der St.-Johannis-Schule, Dr. Oliver Rosteck präsentierte Emma Hänßler den Gästen in der Kapelle drei Lieder. In drei Sprachen, französisch, englisch und deutsch, ging es in allen Liedern, die aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stammten, um das gleiche Thema – das Wiedersehen eines geliebten Menschen im oder nach dem Krieg.

Abgerundet wurde das Programm durch das interreligiöse Gebet von Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und der Schura Bremen.

Im Anschluss ging man gemeinsam auf das Kriegsgräberfeld „K“ als zentralen Gedenkort für die Opfer von Krieg und Gewalt und legte dort Kränze nieder.