Eine berührende Geste der Versöhnung
Im Oktober 2025 lernte ich im Rahmen einer Veranstaltung des Reservistenverbands an der Logistik-Schule der Bundeswehr in Garlstedt den Lieutenant-Colonel Sven Hautekeete von der belgischen Armee kennen. Es stellte sich im Rahmen unseres Gespräches heraus, dass er in Hooglede wohnt. Natürlich habe ich ihm die Geschichte des Grabes auf dem Soldatenfriedhof erzählt und er bot mir an, am „Armistice Day“, dem belgischen Feiertag zum Gedenken an den Waffenstillstand vom 11.11.1918, das Grab zu besuchen.
Die Bilder, die wir von ihm dann am 11.11. erhielten, haben uns tief bewegt. Nicht nur, dass die Familie Hautekeete gemeinsam den Grabstein gereinigt hat und einen kleinen Kranz niedergelegt hat, sondern auch die Tatsache, dass über 100 Jahre später die Kameradschaft zwischen den Soldaten der seinerzeit verfeindeten Länder so groß ist, dass dieser Dienst als selbstverständlich angesehen wird und gerne gemacht wird. Sven Hautekeete schreibt selbst dazu:
„[…] Wir sind der Überzeugung, dass hier eine Generation junger Männer ruht, die eine ganz andere Zukunft hätte haben können. Aus Respekt vor ihnen tun wir dies mit großer Hingabe.
Viele Dorfbewohner übernehmen die Patenschaft für das Grab eines gefallenen Soldaten. Mehrmals im Jahr besuchen wir die Friedhöfe, um nach dem Rechten zu sehen, und reinigen bei Bedarf die Grabsteine selbst.
Heute, am Dienstag, dem 11. November 2025, haben meine Frau und ich den Grabstein Ihres Familienangehörigen Gustav Abel Hellwig gereinigt. Der Friedhof war sehr gepflegt. Wir legten einen schönen Blumenkranz nieder und hielten eine Minute des Schweigens ab. Es war still und es war ein besonderer Moment, da andere Dorfbewohner ebenfalls an einem Grab standen und Blumen niederlegten.“
Auch der Volksbund dankt Lieutenant-Colonel Sven Hautekeete sehr herzlich für seinen Einsatz und Jürgen Hellwig für die mitreißende Geschichte.